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ADHS im Erwachsenenalter

Medikinet adult - das erste zugelassene Präparat zur Behandlung von adulter ADHS

Seit dem 14.4.2011 ist ein Medikinet adult, ein retardiertes Methylphenidat, von MEDICE als erstes und einziges Produkt in Deutschland zur Behandlung der ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung) bei Erwachsenen zugelassen und erstattungsfähig. Das Produkt ist seit dem 01.07.2011 im Handel.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat mit Änderung der Arzneimittelrichtlinie vom Juni 2011 geregelt, dass die medikamentöse Behandlung von ADHS im Erwachsenenalter mit Medikinet adult von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet wird.

Alle anderen derzeit in Deutschland verfügbaren Methylphenidat-Arzneimittel sind weiterhin bei erwachsenen Patienten nicht zugelassen und damit nicht erstattungsfähig.

Damit wird eine seit langem in Deutschland bestehende Versorgungslücke bei erwachsenen ADHS-Patienten geschlossen. MEDICE hatte seit 2003 an der Zulassung von Medikinet adult geforscht: die Validierung der diagnostischen Tests aus dem Anglo-Amerikanischen ins Deutsche (2003-2005), heute verfügbar als HASE und IDA als validierte, deutschsprachige Tests. Mehrere klinische Studien, doppelblinde 6-Monatsstudie EMMA (2009) und zusätzliche Studie QUMEA (2012), um die Überlegenheit und Sicherheit der medikamentösen Therapie gegenüber alleiniger Psychoedukation langfristig zu belegen.

Eine häufige Erkrankung – nicht nur bei Kindern und Jugendlichen

Versehen mit Etiketten wie "depressiv", "dissozial", "drogen- und alkoholabhängig" werden heute zahlreiche erwachsene Patienten mehr oder weniger erfolglos behandelt, weil die Grunderkrankung nicht erkannt wurde: ADHS!

Zwar beschrieb schon vor 30 Jahren P. Wender das Störungsbild, dennoch gilt ADS/ ADHS auch heute noch vielfach als eine Erkrankung des Kinder- und Jugendalters. Dabei wird die Prävalenz im Erwachsenenalter auf 2-3 % geschätzt (verglichen mit 3-6 % im Kindes- und Jugendalter).

Das heißt, dass bis zu zwei Drittel der Kinder ihre Erkrankung "mit ins Erwachsenenalter nehmen".

Die Symptome Aufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulskontrolle, die bereits seit der Kindheit bestehen, zeigen sich im Vollbild bei etwa 30 % der Erwachsenen, bei bis zu 60 % der Betroffenen bleiben zumindest einzelne Symptome.

 

Was muss bei der Behandlung berücksichtigt werden?

Im Erwachsenalter können sich die Symptome im Vergleich zu denen bei Kindern und Jugendlichen verändern, es können Stimmungsschwankungen und Organisationsprobleme auftreten. In den Bereichen Partnerschaft, soziale Beziehungen, Ausbildung und Beruf zeigen sich deutlich mehr Probleme bei Erwachsenen, deren ADHS nicht behandelt wird, als bei Erwachsenen, die sich einer Behandlung unterziehen.


Vermutlich bleibt bei einem hohen Anteil der ADHS-Patienten die Symptomatik bis in das Erwachsenenalter bestehen; die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) geht davon aus, dass zwischen 2,5 bis 4% aller Erwachsenen an ADHS leiden. Im Erwachsenenalter stehen soziale und berufliche Probleme im Vordergrund. Bei vielen Patienten hilft Verhaltenstherapie, um den Alltagsablauf besser zu strukturieren. Die Pharmakotherapie ist auch im Erwachsenenalter eine wichtige Behandlungsoption.