ADHS
Die richtige Diagnose, sicher gestellt durch die Beratung beim Spezialisten, ein differentialdignostisches Vorgehen, das Abprüfen der Stabilitätskriterien.
Eine häufige Erkrankung – nicht nur bei Kindern und Jugendlichen
Etwa 4 bis 6 % aller Kinder und Jugendlichen zwischen 6 und 18 Jahren sind in Europa und Deutschland von ADHS betroffen. Dies entspricht rund 500.000 ADHS-Patienten in Deutschland. Jungen zeigen mit rund 9 % eine höhere Prävalenz als Mädchen mit etwa 3 %. Bei bis zu 80 % der Betroffenen besteht die Störung bis ins Jugendalter weiter – meist mit veränderter Symptomatik und verändertem Verlauf. Knapp 60 % aller Kinder und Jugendlichen mit ADHS haben die Störung auch noch im Erwachsenenalter (uptodate 2013).
Die richtige Diagnose
Die Beratung beim Spezialisten, ein differentialdignostisches Vorgehen, das Abprüfen der Stabilitätskriterien sind wichtig, insbesondere die Frage: Treten die Symptome Aufmerksamkeitsstörung (mit verstärkter Ablenkbarkeit), Impulsivität (kognitiv, motivational, emotional) und Hyperaktivität in verschiedenen Lebensumständen (in der Familie, in der Schule, und unter Freunden und social peers) auf? (ICD-10, DSM IV).
Für das differentialdiagnostische Vorgehen im Kindes- und Jugendalter stehen verschiedene, validierte Tests zur Verfügung, gemäß internationaler Leitlinien, z.B. der NICE
- zum Screenen und Erkennen der Störung: der ADHS Screener KIDS von Döpfner, Lehmkuhl, Steinhausen 2006 (mit Explorationsschema für Verhaltensstörungen und semi-strukturierte Interviews), der Fremd- und Selbstbeurteilungsbogen FBB-SCREEN, die diagnostische Checklist DISYPS II basierend auf ICD-10 und DSM IV, oder SDQ für 4 bis 16 Jährige, CADDRA ADHD assessment oder das Elterninterview und die checklist von Pelham (USA).
Für das differentialdiagnostische Vorgehen beim Erwachsenen sind validierte Tests aus dem Anglo-Amerikanischen ins Deutsche transferiert:
- HASE (Homburger ADHS-Skalen für Erwachsene), validiert dank klinischer Forschung unterstützt durch MEDICE in den Jahren 2003-2005, in der WURS-K zur retrospektiven Diagnostik kindlicher ADHS Symptome, je ein Bogen zur Selbstbeurteilung und zur Fremdbeurteilung sowie das strukturierte Interview nach Wender-Reimherr (WRI) erfasst sind
- IDA (Integrierte Diagnose von ADHS im Erwachsenenalter): entahlten sind die entscheidenden Bausteine aus DSM-IV, ICD-10 mit dem ADHS Screener der WHO, der Kurzversion von WURS-K und ein strukturiertes Interview als verbessertes, zeit-ökonomisches und aussagekräftiges, validiertes Tool zur Diagnose der ADHS im Erwachsenenalter.
Die richtige Therapie
Ein multi-modales Behandlungskonzept, d.h. eine Kombination aus verhaltenstherapeutsichen Massnahmen und Pharmakotherapie, haben langfristig die besten Erfolge gezeigt (MTA 2008, MTA 2009). Empfohlen ist ein Monitoring der Behandlung im Verlauf (NICE, 2011). Für das Erfassen von Tagesprofile eignen sich die DAYAS oder CBCL Profile der ASEBA.

